Des bin I!
„We learned more from a three-minute record baby, than we ever learned in school“
Kurzversion
Liedermacher aus Traun, Oberösterreich (jetzt wohnhaft in Biberbach, NÖ) der im Stile des klassischen Austro-Pops (Danzer, Ambros, Hirsch usw.) und inspiriert von internationalen Größen wie Springsteen, Dylan und Knopfler Lieder über das Leben singt: von Frauen, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit bis hin zu ganz normalen Alltagsgeschichten. Im echten Leben bin ich Sozialarbeiter und Sozialpädagoge – was man meinen Songs auch anhört – und laut meiner Oma bin i „a liaba Butzi“.
Lange Version
Growing Up
Aufgewachsen in Traun, in der Vorstadt der Stahlstadt, bin ich schon immer viel mit Musik in Berührung gekommen. Meine Eltern spielten zwar kein Instrument, dafür gab es täglich Musik zu hören: Springsteen, Dire Straits, Tom Petty, aber auch viel Austro-Pop von Georg Danzer und Wolfgang Ambros.
me, in 1996 or so.
Als ich in die Pubertät kam, war die Gitarre etwas magisches für mich, etwas, was ich unbedingt spielen wollte. Aber ja, mit 14 ist man ja viel zu alt dafür, ein Instrument lernt man ja als kleines Kind. “Es ist schon viel zu spät”, “I bin viel zu alt!”
Zum Glück hab i ned auf mich gehört!
2009 hab ich mir des öfteren die klassische Gitarre meiner Schwester geborgt (bzw. einfach genommen) und mir über YouTube ein paar Akkorde gelehrt. Aber ja, mir ist es so ergangen, wie es vielen Anfängern geht. Die Finger taten weh, alles klang schief. Alles war frustrierend.
Nach 5 Wochen gab ich wieder auf.
Ich lebte damit. I werd ka Gitarrenspieler werden. I bleib a Zuhörer, i bleib im Publikum und vor die Lautsprecher. Aber irgendwie lebte ich auch nicht damit. In meinem Kopf spielte ich mit Springsteen auf der Bühne, würde dann sogar seinen Job übernehmen, nachdem er in seine wohlverdiente Pension geht und mit meiner Never Ending E Street Band die Welt durchtouren.
Hat sich nicht super angefühlt, das mit der Gitarre ganz sein zu lassen.
Back on track
Nach einigen Monaten des Nicht-Spielens gabs ein Comeback, und diesesmal …
… geb ich nicht auf!
Ich spielte wieder mit der Gitarre meiner Schwester, und diesmal übte ich den C Dur Akkord, bis ich ihn drauf hatte. Unglaublich, irgendwann konnte ich meine Finger dahinbewegen, wie ich es wollte. Und es tat auch weniger weh! Aber C Dur war erst der Anfang … Ich übte jeden Tag so viel es ging, irgendwann bekam ich die Pentatonic Scale in die Finger und spielte und improvisierte über einfache Blues Songs … meine erste Gitarre war eine 150 Euro (inkl. Amp) Fender/Squier Stratocaster … ich spielte den Blues, und spielte meinen Blues weg. Das ist alles was ich brauche, dass ist alles was ich will. Dachte ich zumindest.
Der YouTube Algorithmus war bereits 2011 ganz geschickt. Ich kannte ein paar Fingerstyle Gitarristen, ich wusste, wie das Ganze im groben funktionierte, aber ich hab es nie wirklich gehört und schon gar nicht hab ich daran gedacht, Fingerstyle Gitarre zu spielen. Irgendwann wurde mir dann “Superstition - Stevie Wonder - Fingerstyle Cover by Adam Rafferty” vorgeschlagen. Ich schaue es an. Ich höre zu. Ich bin fasziniert. Alles kommt aus einer Gitarre? Nur eine Person spielt diese Gitarre? Ich hatte keine Ahnung wie man so spielt, aber ich wusste eines:
I mecht a so spielen"!
The Fingerstyle Journey begins
Auch dieser Anfang war schwierig und holprig. Noch immer a ziemliches Nockabazl in Sachen Theorie und mit einer Technik, die mir das Leben schwer machte, steigerte ich mich Schritt für Schritt und lernte dazu. Ich hab einfach weiter gemacht, Monate lang, Jahre lang sogar. Meine damalige Freundin Clara war die einzige, die ein bisschen davon mitbekommen hat.
Im April 2016 kam ich dann zu StudywithAdam.com. Die Lernplattform des großartigen Künstlers Adam Rafferty. Ich bekam Feedback zu meinem Spiel, ich lernte ganze Songs, teilweise auch komplexe Jazzstücke (ohne dabei die Theorie dahinter zu verstehen) und meine Lernkurve steigerte sich nach oben! Im Hinterkopf hatte ich dabei die ganze Zeit das Ziel vor Augen:
YouTube Videos machen.
Problem: Ich war noch nicht bereit dafür. Ich hab weitere 12 Monate in meinem Zimmer im Elternhaus in Traun geübt … Erst im April 2017 war ich mutig genug für meine erste Videoveröffentlichung. Hello - Adele.
Ich war damals noch sehr unsicher und nervös. Mache ich mich komplett lächerlich? Bin ich gut genug? Interessiert es überhaupt irgendjemanden?
Tatsächlich habe ich mich mit meinen Musikversuchen sicher das ein oder andere mal a bissl lächerlich gemacht, und das wird auch in der Zukunft so sein. Insgesamt bekam ich aber viele positive Reaktion auf meinen YouTube Start. Und vielen war es auch komplett egal. Den meisten war es komplett egal. Das ist auch das, was ich mir bis heute mitnehme. Egal wie gut, aber auch egal wie schlecht es ist, was du machst … “most people don’t care”. Menschen mögen dich auch, wenn du schief ins Mikro singst, oder falsche Töne auf der Gitarre zupfst. Menschen mögen dich auch, wenn du tolle Arrangement spielst und Leute zum Tanzen bringst.
Auf der persönlichen Ebene ist es komplett egal, wie gut oder wie schlecht du bist, in dem was du machst. Den Menschen ist es entweder egal, oder sie schätzen es, dass du 100% alles gibst. Und die wenigen, die dich wirklich fertig machen wollen, weil du nicht so gut bist wie andere, die haben sowieso nix verloren in meinem Leben.
Next Step: Playing Live
So obwohl kaum jemand meine Videos ansah war der nächste Schritt klar: Live Spielen.
Anfang 2018 kontaktierte mich der Wiener Gitarrist Martin Rauhofer und frogte mich, ob ich mit ihm 2 Konzerte spielen würde. Ich sagte ja. Ich war froh, einen Kontakt zu haben und froh jemanden zu haben, der mehr Erfahrung mitbringen konnte als ich.
Am 17. November 2018 hatte ich meinen ersten Auftritt in der Tempelbar in Linz.
Wie wars? Hm, nicht sonderlich gut. Ich war nervös (und zu wenig aufgeregt), und hab doch viele viele Fehler gemacht. Und trotz der mittelmäßigen und überambitionierten Performance (12 Lieder und 50 min Spielzeit war ein Fehler meinerseits - immer diese Selbstüberschätzung) machte ich weiter.
Ich gebe nicht auf. Wieder nicht.
10 Tage später spielte ich wieder mit Martin. Diesmal in Wien. Diesmal spielte auch ein ruhigerer, coolerer und realistischerer Severin Gomboc. Mit weniger Songs, die dafür besser performt.
Es war gut. Nicht super gut, nicht perfekt. Aber gut. Und ich spielte wieder Live. Und das gefällt mir. Ist a bissl süchtig machend. Das wars sogar beim ersten Auftritt, der echt nicht gut lief.
2nd Gig, Vienna 27.11.2018
und jetzt? Singersongwriter statt Fingerstyleplayer
2019 ging super weiter. Ich spielte weitere Konzerte, die insgesamt gut verliefen, ich setzte ein paar gute eigene Arrangements um und hatte die Möglichkeit, mit Martin ein nettes Duett aufzunehmen.
Was ich mir für 2019 auch vorgenommen habe, neben Gitarrenspiel … Singen, eigene Lieder zu singen. Denn was ich hier nicht beschrieben habe: Seit Jahren schrieb ich eigene Texte, immer mit dem Gedanken, diese auch vortragen zu können. Meine Stimme ist nicht wirklich gut - ist sie heute auch noch nicht, damals war sie aber schrecklich. 2019 war es aber dann soweit: Mein erster Song “I bin dahi” wurde auf Spotify und Co veröffentlicht. Ich änderte meine Richtung. Weniger Fingerstyle, mehr Singer-Songwriter. Ich lernte 2019 wieder extrem viel Neues dazu:
Wie nehme ich Instrumente auf?
Wie schreibt man eigentlich Lieder?
Wie singt man nicht schief?
Wie mischt man Lieder ab und macht sie Zuhörertauglich?
Aber ich hatte dabei auch extrem viel Spaß. Und darum gehts ja auch. Und am 15. Mai 2020 - nach einer sehr produktiven Zeit in der Covid-19 Krise wurde dann meine erste EP I bin nu ned Miad veröffentlicht.
Ein Meilenstein: „A Leben laung“
Im Herbst 2023 folgte mein bisher persönlichstes und ambitioniertestes Projekt: Mein erstes Album „A Leben laung“. Es ist ein Konzeptalbum, das ein komplettes Menschenleben nachzeichnet – mit all seinen Höhen und tiefen Abgründen.
In den Songs erzähle ich die Geschichte eines Mannes: von seiner schwierigen Geburt und einer harten Kindheit über die rastlose Suche nach der großen Liebe bis hin zum schmerzhaften Moment des Abschieds und schließlich dem eigenen Tod. Es ist ein Album über das, was uns als Menschen ausmacht, und sicher geprägt durch meine Erfahrungen als Sozialarbeiter.
Heute
In dieser Rolle als erzählender Liedermacher fühle ich mich wohl. Die Liebe zum Fingerstyle ist geblieben, aber die Geschichten stehen jetzt im Vordergrund.
Aktuell arbeite ich an meinem neuen Album „Do draußen is goa ned so sche“, das am 16.01.2026 erscheint. Es führt den Weg fort, den ich mit „A Leben laung“ begonnen habe: ehrlich, im Dialekt und ohne Blatt vor dem Mund. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht, und freue mich, wenn ihr mich ein Stück begleitet.
Severin Gomboc Biberbach, 29.12.2025



